I.)
BERICHT vom VERNETZUNGSTREFFEN (23-24. August, Paris)
Im Anschluss an die

 European Summer University von Attac
 fanden sich zahlreiche internationale Gruppen und Verbände zu einem breit aufgestellten klimapolitischen Vernetzungstreffen zusammen.
Zusammensetzung des Treffens: Rund 200 Aktive fanden sich zusammen – darunter Leute aus den Netzwerken des Climate Action Networks (CAN), dem Spektrum von Climate Justice Now! (CJN!) sowie BewegungsaktivistInnen (konkret: Leute von FoEI, Greenpeace, WWF, AVAAZ, 350.org, Accion Ecologica, IBON, RLS, AktivistInnen aus Attac FR, Attac D, dem französischen Alternatiba-Prozess, der dt. BUKO, uvm).
Deutlich wurde eine weitverbreitete Skepsis gegenüber den internationalen Verhandlungen. Die in Kopenhagen noch im Wesentlichen getrennten Lager Climate Justice Now! und Climate Action Network fanden in Paris zu einem konstruktiven Austausch zusammen. Ein Konsens unter den Anwesenden: Bei den internationalen Klima-Verhandlungen kann kein Punkt gemacht
werden. Die Gruppen zeigten entsprechend Bereitschaft in einem Austausch miteinander zu treten neue/ alternative Wege gemeinsam zu gehen.
Als ein mögliches (gemeinsames) Framing der einzelnen Arbeit und Aktivitäten wurde „Corporate Climate Criminals“ diskutiert, mit dem nicht mehr die Politiker_innen, sondern die Unternehmen, insb. die fossile Energiekonzerne in den Blick genommen werden. Darüber hinaus steht die Idee im Raum, einen Alternativ-Gipfel während der Verhandlungen auszurichten.
Weiterarbeit: Der in Paris begonnene Diskussionsprozess soll in den kommenden Monaten in Frankreich und auch international fortgeführt werden.
II.)
BERICHT vom AKTIONSRATSCHLAG des Netzwerks „Energiekämpfe in Bewegung“ (3.-5. Oktober, Köln) 
Am ersten Oktober-Wochenende lud das Netzwerk „Energiekämpfe in Bewegung“ zu einem Aktionsratschlag in Köln.
Besucht wurde der Ratschlag von 70 bis 80 Aktiven. Vertreten waren neben Attac, ausgeCO2hlt, CAN Europe, Klima-Allianz Deutschland, 350.org/ Fossil Free Deutschland, Aktiven der Waldbesetzung des Hambacher Forst, u.a. auch zahlreiche Aktivist_innen aus Frankreich, Holland, Belgien und Großbritannien, die sich dort gegen Fracking einsetzen oder im Kontext der COP21 aktiv sind.
Die Diskussionen beim Ratschlag bündelten sich anhand dreier in AGs diskutierten Themenbereiche:
1) Aktionen im Zusammenhang mit der COP21 in Paris im Dezember 2015
2) die Organisation einer zentralen Massenaktion gegen Kohle im Sommer 2015 in Deutschland
3) die Frage nach einem gemeinsamen Framing/ Story mit dem verschiedene (internationale) Aktionen zusammengeführt werden
Das Treffen bot dabei Einblick in bestehende Aktivitäten und konnte einzelne Ergebnisse festhalten:
Zu 1)  Aktionen im Zusammenhang mit der COP21
Beim Aktionsratschlag präsentierten lokale Aktivist_innen aus Paris ihre Pläne, die die aus dem klimapolitischen Vernetzungstreffen in Paris hervorgehenden Diskussionen und Aktivitäten (siehe oben, Punkt I.) ergänzen. Während der COP21-Verhandlungen wollen sie einen „Common Space“ bereitstellen, der Logistik (Unterkünfte, Verpflegung) und Vernetzungsmöglichkeiten für Protestierende bietet. Die Pariser Aktivist_innen teilen die grundsätzliche Kritik an den internationalen Verhandlungen. Dennoch sehen sie die Zeit der Verhandlungen als Möglichkeit grundsätzliche Kritik zu artikulieren: Sei es an (fossilen) Unternehmen oder den Verhandlungen selbst.
Nächstes Treffen des Zusammenhangs „Coalition Climat 21“ in Paris: 13. November, 9:30 bis 18 uhr. Ort und Tagesordnung werden noch entschieden. Bei Interesse an Teilnahme bitte Mail an contact@coalitioncop21.org schicken.
Zu 2)  Organisation einer zentralen Massenaktion gegen Kohle im Sommer 2015
 
Hintergrund: Viele der Anwesenden betrachteten die aktuell beobachtbare Dynamik innerhalb zivilgesellschaftlicher Gruppen als eine Chance der Auseinandersetzungen um einen Kohleausstieg Auftrieb zu verschaffen. Auf nationaler wie auch lokaler Ebene kommt es seit Frühjahr 2013 in verschiedenen Kontexten zu diversen Vernetzungsinitiativen zivilgesellschaftlicher Gruppen und AktivistInnen zum Thema Kohleausstieg. Unter den bislang im Kontext der internationalen Klimaverhandlungen tätigen Gruppen ist die Skepsis bzgl. des internationalen Verhandlungsprozesses seit Kopenhagen deutlich gewachsen. Die lokale/ nationale Ebene steht für viele wieder im Fokus ihrer Aktivitäten.
Diverse Entscheidungen und politische Prozesse in 2015 (Grundsatzentscheidung zu Tagebauen in NRW, COP21 in Paris, …) bieten Ansatzpunkte die Diskussion über einen Kohleausstieg voranzutreiben und hier Kräfteverhältnisse zu verschieben.
In einem von rund 40 Personen besuchten AG wurde die Organisation einer zentralen Massenaktion (zivilen Ungehorsams) gegen Kohle im Rheinland im Sommer 2015 und eine dahingehend breite Mobilisierung ins Auge gefasst. Die Aktion ziele darauf
– einer Antikohlebewegung zu einer größeren gesellschaftlichen Breite zu verschaffen und
– ein deutliches gesellschaftliches Zeichen für einen Kohleausstieg aussenden (-> das gesellschaftliche Grundrauschen gegen Kohle zu verstärken)
Ziele: Die Massenaktion ziele einerseits darauf, ein breites Spektrum der ökologischen Linken zu Teilnahme motivieren (Attac, BUNDjugend, Grüne Jugend, Interventionistische Linke, u.a.). Andererseits besteht der Wunsch und die Offenheit die Aktion als koordinierte Aktion verschiedener Protestformen zu erweitern. Weitere Gruppen und Verbänden sind eingeladen sich in die Aktion zivilen Ungehorsams einzubringen bzw. sich an einem „Aktionstag“ bzw. einer „Aktionswoche“ gegen Kohle mitzuwirken, die sich durch eine Vielfalt von Aktionsformen kennzeichnet.
Konkret geplant ist (für 2015 im Rheinland)
– ein Klimacamp am Tagebau
– zeitgleich ein Degrowth-Summerschool
– zeitgleich eine Aktion zivilen Ungehorsams am Tagebau zu der breit (und auch international) mobilisiert wird
– (angedacht) die Erweiterung als „Aktionstag“ oder „Aktionswoche“ gegen Kohle mit Vielfalt von Aktionsformen
Das Aktionsbündnis wünscht sich in Austausch mit anderen Gruppen und Verbänden zu treten, wie die Kohleausstiegsbewegung 2015 gestärkt werden kann.
Zur Organisation der Aktion wurde eine Mailingliste eingerichtet, die interessierte Personen abonnieren können: https://lists.riseup.net/www/info/massengegenkohle2015
Eintragen in die Liste, leere Mail an: massengegenkohle2015-subscribe@lists.riseup.net
Weiterarbeit:  Für das Wochenende vom 28./29. November plant der Zusammenhang ein Folgetreffen zur Diskussion des Aktionsbildes und der Formierung des Vorbereitungsprozesses. Der Ort wird noch bekannt gegeben.
Ende März 2015 wird in Köln eine Aktions- und Inhaltskonferenz ausgerichtet, die einerseits der Vorbereitung der Massenaktion dienen soll und andererseits bundesweit und international Aktive zusammenbringen soll, die sich mit dem Thema Kohleausstieg beschäftigen.
Zu 3)  Ein gemeinsames Framing/ Story zur Zusammenführung der verschiedenen (internationalen) Aktivitäten?
Eine dritte AG diskutierte die Perspektiven eines gemeinsamen Framings der (internationalen) Aktivitäten.
Die bislang fragmentarischen Diskussionen sollen bei einem Treffen im Januar bzw. Februar in Brüssel fortgeführt werden. Eine AG bereitet dieses Treffen vor.